Wurmbefall Katze

Nahaufnahme eines Spulwurms - Toxocara Cati
Der Spulwurm Toxocara cati ist der häufigste Wurm der Katze. Auch Menschen können sich infizieren.

Würmer in der Katze – ungebetene Gäste mit schlechten Manieren

Sie leben im Verborgenen, bleiben oft lange Zeit unentdeckt und können doch erheblichen Schaden anrichten: Würmer. Bei unseren Hauskatzen sind sie ein weit verbreitetes Problem. Experten raten daher zu einer zielgerichteten Wurmkontrolle. Zum Schutz von Tier und Halter.

Würmer leben im Inneren des Körpers – im Gegensatz zu Zecken oder Flöhen. Sie werden daher als Endoparasiten bezeichnet – vom griechischen Wort „endo“, „innen“. Die meisten Wurmarten besiedeln den Magen-Darmtrakt der Katze. Es gibt aber auch Arten, die andere Organe wie das Katzenherz oder den Atmungstrakt befallen.

Würmer machen eine Katze nicht immer erkennbar krank. Ob eine Katze betroffen ist oder nicht, ist daher oft nicht auf den ersten Blick sichtbar. Dennoch sind Würmer ungebetene Gäste, gegen die Tierhalter mit einer zielgerichteten Entwurmungsstrategie vorgehen können. Auch zu ihrem eigenen Schutz. Denn beim engen Kontakt mit dem Haustier können sich auch Katzenfreunde anstecken.

Welche Würmer sind für Katzen von Bedeutung?

Eine Katze kann von verschiedenen Wurmarten befallen sein. Nach Ihrer Bedeutung und Verbreitung sind das:

Nahaufnahme eines SpuhlwurmsDer Spulwurm ist der häufigste Wurm der Katze. Er wird bis zu 20 cm lang. Meist handelt es sich um die Wurmart Toxocara cati. Einer europäischen Studie zufolge tragen je nach Region 4 bis 35 Prozent der Katzen Spulwürmer in sich. Bei Jungkatzen unter sechs Monaten liegt dieser Wert in der Regel noch höher.1  Seltener ist ein Befall mit Toxascaris leonina. Hiervon ist rund 1 Prozent der Katzen in Europa betroffen. Da die Wurmeier mit dem Katzenkot häufig in Parks und Sandkästen landen, ist es nicht verwunderlich, dass bis zu 14 Prozent der Kot-, Erd- und Sandproben aus öffentlichen Park- und Grünanlagen mit Spulwurmeiern kontaminiert sind.2 Mit Katzenspulwürmern können sich auch Menschen infizieren.

Nahaufnahme eines Hakenwurms (Ancylostoma tubaeforme)Der Hakenwurm (Ancylostoma tubaeforme, Ancylostoma braziliense) ist nicht ganz so häufig wie der Spulwurm. Er ist mit 1,5 cm Länge deutlich kleiner. Das Besondere bei diesem Parasiten ist, dass er durch die Haut in den Wirt eindringt. In seltenen Fällen kann er auch Menschen infizieren. Im Schnitt sind rund ein Prozent der Katzen mit Hakenwürmern befallen. Regional kann der Wert allerdings auch bei 10 Prozent oder höher liegen.1

Bandwurm: Eier (Dipylidium caninum)Der häufigste Bandwurm bei Haustieren ist der so genannte Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum). Er verbreitet sich über das Verschlucken infizierter Flöhe. Eine Übertragung auf den Menschen ist möglich, kommt aber weniger häufig vor. Sehr selten, aber besonders gefährlich für den Menschen ist zudem der Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis. Katzen können sich mit dieser Wurmart anstecken, wenn sie infizierte Zwischenwirte wie Mäuse fressen. Ebenfalls über das Fressen von Nagetieren verbreitet sich der Katzenbandwurm Taenia taeniaeformis, der in der Katze mitunter bis zu 60 cm lang wird.

Lungenwurm Aelurostrongylus abstrususDer Lungenwurm Aelurostrongylus abstrusus kommt je nach Region bei bis zu 15 Prozent der Katzen vor.3 Zwischenwirte des Lungenwurms sind Schnecken. Transportwirte sind Vögel und Mäuse, die Schnecken fressen. Insbesondere Freigängerkatzen, die diese Transportwirte als Beutetiere jagen, tragen also ein Risiko für eine Infektion mit diesen Würmern. Bei infizierten Katzen sind Entzündungen und Verstopfung der Atemwege durch den Wurmbefall möglich. Unbehandelt wird der Atmungstrakt der betroffenen Katzen zunehmend geschädigt. Eine Infektion kann jedoch auch ohne erkennbare Symptome verlaufen.

Der Blasenwurm Capillaria plica gehört zu den Haarwürmern und ist vergleichsweise selten (1 bis 5 Prozent betroffene Tiere). Er befällt die Harnblase der Katze. Erwachsene Weibchen erreichen eine Länge von bis zu 60 Millimetern, Männchen sind deutlich kleiner. Die Eier des Blasenwurms werden über den Urin ausgeschieden. Als Zwischenwirte dienen Regenwürmer. Ein Blasenwurmbefall kann ohne erkennbare Krankheitszeichen verlaufen. Treten Symptome auf, ähneln sie denen einer Harnblasenentzündung.

Herzwurm (Dirofilaria immitis)Der Herzwurm Dirofilaria immitis ist vor allem im Mittelmeerraum ein Problem. Er ist Erreger der Herzwurmkrankheit und wird – ebenso wie der Hautwurm Dirofilaria repens – von bestimmten Stechmücken übertragen. Eine geeignete Entwurmung tötet die Larven des Herzwurms ab und verhindert die Weiterentwicklung. Die asiatische Tigermücke, ein potenzieller Überträger des Herzwurms und anderer Infektionserreger, wurde bereits in Baden-Württemberg und Thüringen gefunden.

Schuhe mit Erde
Wurmeier können an den Schuhsohlen in die Wohnung gelangen.

Wie stecken sich Katzen mit Würmern an?

Wurmerkrankungen entstehen bei der Katze durch den Kontakt mit infektiösen Eiern oder Larven. Die Annahme, dass sich nur Katzen mit Freigang mit Würmern anstecken können, ist ein verbreitetes Missverständnis unter Katzenhaltern. Spulwurmlarven werden von Katzenwelpen häufig schon durch die Muttermilch aufgenommen. Bei einer Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover wurde außerdem festgestellt, dass ein Fünftel aller Katzen mit Spulwurmbefall reine Wohnungskatzen sind.4 Infektiöse Wurmeier finden sich nachweislich auch in Kot und Erde und können daher auf verschiedenen Wegen in die Wohnung gelangen. Zum Beispiel an den Schuhsohlen der Katzenhalter.

Trotzdem haben Katzen mit Freigang das größte Risiko, sich mit verschiedenen Würmern anzustecken. Besonders, wenn sie kleinere Beutetiere wie Mäuse oder Vögel fangen und fressen. Diese Tiere sind ein beliebter Zwischenwirt für verschiedene Bandwurmarten. Freigängerkatzen können sich über das Fressen kleiner Beutetiere wie Mäuse, Vögel oder Frösche auch mit Lungenwürmern anstecken, die wiederum von Schnecken auf diese übertragen wurden.

Hat meine Katze Würmer?

Ob eine Katze Würmer hat oder nicht, ist für Tierhalter nicht leicht zu erkennen. Denn häufig zeigen erwachsene, ansonsten gesunde Katzen keine offensichtlichen Symptome. Das bedeutet aber auch: Selbst eine Katze, die keinerlei Beschwerden zeigt, kann für den Menschen und andere Artgenossen ansteckend sein. Das macht es noch wichtiger, durch entsprechende Maßnahmen die Katze und damit auch ihre Umgebung vor Würmern zu schützen.

Symptome eines Wurmbefalls sind:

  • Juckreiz um den Anus
  • Durchfall und/oder Erbrechen
  • Mangelerscheinungen durch schlechte Nährstoffversorgung
  • Appetit- und Gewichtsverlust
  • Stumpfes Fell
  • Aufgeblähter „Wurmbauch“ (bei massivem Befall)

Bei jungen oder immungeschwächten Katzen kann sich ein Wurmbefall gravierender auswirken als bei ansonsten gesunden erwachsenen Katzen. Schon eine geringe Anzahl an Würmern verschlechtert die Nährstoffversorgung und beeinträchtigt das Wachstum. Im schlimmsten Fall sind Würmer für Katzenwelpen lebensbedrohlich.

Sandkasten
Besondere Gefahrenquelle für Kinder sind Sandkästen. Hier verrichten Katzen gern ihr Geschäft.

Würmer: Risiko für den Katzenfreund

Mensch und Katze pflegen häufig eine innige Beziehung zueinander. Da Katzen im Allgemeinen als äußerst reinliche Tiere gelten, vergessen Tierhalter manchmal die nötige Vorsicht und nehmen es mit der Hygiene nicht allzu genau. Besonders schwer ist es, Kindern zu vermitteln, sich nach Kontakt mit der Katze die Hände zu waschen.

Einige Würmer können von der Katze auf den Menschen übertragen werden – über das Fell, den Speichel oder über Kontakt mit kontaminierter Erde. Eine besondere Gefahrenquelle für Kinder sind Sandkästen: Hier verrichten Katzen gern ihr Geschäft. Die Auswirkungen einer Ansteckung mit Spul-, Haken- oder Bandwürmern beim Menschen sind sehr unterschiedlich. Das kann die Diagnose eines Wurmbefalls beim Menschen erschweren.

Eine regelmäßige und konsequente Entwurmung entsrechend dem individuellem Infektionsrisiko reduziert das Risiko für Wurminfektionen bei Katzen. Damit schützt man nicht nur das Tier, sondern die ganze Familie.

Wurmkuren helfen

Eine Entwurmung der Katze sorgt dafür, dass die vorhandenen Würmer oder Larven zum Zeitpunkt der Verabreichung absterben. Der Wurmbefall wird wirksam bekämpft. Allerdings schützt eine Entwurmung nicht davor, dass die Katze sich wieder ansteckt. Das unterscheidet Wurmkuren von anderen Antiparasitika gegen Zecken und Flöhe, die eine länger anhaltende Wirkung haben und das Tier längere Zeit vor neuem Befall schützt. Aus diesem Grund sollten Wurmkuren je nach Befallsrisiko des einzelnen Tieres regelmäßig durchgeführt werden.

Die Wurmkur der Katze kann zeitgleich mit dem Ektoparasitenschutz kombiniert werden. Das macht die Parasitenkontrolle für Katzenhalter besonders einfach. So können sie dazu beigetragen, dass sich die Parasiten nicht weiter ausbreiten und andere Tiere oder Menschen infizieren.

Wie oft muss meine Katze entwurmt werden?

Grafik: 20% aller Katzen mit Spulwürmern sind reine Wohnungskatzen.

Wie oft eine Katze entwurmt werden sollte, hängt von ihren Lebensumständen ab. Je nach Art der Haltung haben Katzen ein unterschiedlich hohes Risiko für einen Wurmbefall. Katzen mit Freigang, die regelmäßig Beutetiere fressen, haben naturgemäß das höchste Risiko. Bei ihnen kann es sogar sinnvoll sein, eine monatliche Entwurmung oder Kotuntersuchung durchzuführen. Bei Wohnungskatzen oder solchen mit nur eingeschränktem Zugang ins Freie reicht meist eine geringere Entwurmungsfrequenz. Dazu zählen in Deutschland allerdings nur ein Viertel aller Katzen. Die überwiegende Mehrheit genießt freien Auslauf.5 Wurmeier können allerdings auch mit den Schuhen in die Wohnung getragen werden. So belegt eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover, dass 20 Prozent aller Katzen mit Spulwürmern reine Wohnungskatzen sind.4

Wer als Tierhalter unsicher ist, wie oft die Entwurmung bei seiner Katze durchgeführt werden sollte, kann seinen Tierarzt um Rat fragen. Einen Entwurmungstest des europäischen Expertengremiums ESCCAP gibt es kostenlos im Netz.

Literatur
1. Beugnet F et al. Parasites & Vectors 2014; 7: 291: 1-13
2. Kutzer et al. Parasitol. 1995; 17: 71-76
3. Hiepe T et al. Tierärztl Monatschr 1988; 75: 499-503
4. Coati et al. Parasitol Res 2003; 90: 146
5. Deutscher Heimtiermarkt 2014, Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V.

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