Endoparasit Wurm

Würmer: Schmarotzer im Inneren von Tier und Mensch

Würmer – oder wissenschaftlich Helminthen – sind eine Sammelbezeichnung für sehr unterschiedliche wirbellose Organismen. Vor allem Spulwürmer und Bandwürmer sind bekannte Vertreter, die Hunde und Katzen befallen können. Dabei ist das Befallsrisiko für das einzelne Tier sehr unterschiedlich – je nach  Alter, Ernährung und Haltungsbedingungen. Eine regelmäßige Wurmkontrolle ist in jedem Fall wichtig im Kampf gegen diese Schmarotzer.

Würmer gehören sicher nicht zu den Themen, mit denen man sich gerne beschäftigt. Für Tierhalter ist das jedoch unerlässlich, denn Würmer sind häufige Parasiten unserer Haustiere. Würmer besitzen keine Extremitäten wie Beine oder Fühler. Im Gegensatz zu den so genannten Ektoparasiten wie Zecken oder Flöhe, die auf Haut und Haarkleid ihrer Wirte vorzufinden sind, leben Würmer in erster Linie im Körper von Tieren und befallen deren Eingeweide. Sie werden aufgrund ihrer Lebensweise im Körperinneren auch als Endoparasiten bezeichnet.

Im Gegensatz zu vielen äußeren Parasiten übertragen Würmer in der Regel keine Infektionskrankheiten, sondern stellen selbst das Problem für Hund und Katze dar. Manche Arten, wie der bei Vierbeinern besonders häufig auftretende Spulwurm können sogar für den Menschen relevant sein. Aufgrund ihrer Lebensweise im Körperinneren sind Wurm-Parasiten für den Tierhalter oft nicht sichtbar, zumal erste Krankheitsanzeichen häufig erst bei stärkerem Befall von Hund und Katze auftreten. Dies ist ein Grund dafür, dass die gesundheitlichen Risiken für Haustiere durch Wurmbefall immer noch unterschätzt werden.

Unterschiedliche Würmer – ähnliche Sitten

Die Einteilung der Würmer ist nicht einheitlich und beruht nicht auf enger Verwandtschaft oder einem gemeinsamen Bauplan der Tiere. Vielmehr ist es das mal mehr oder weniger wurmartige Erscheinungsbild, das sie zu dieser Gruppe von Organismen zugehörig macht. Neben den parasitisch lebenden Würmern, gibt es noch den Stamm der Ringel- oder Borstenwürmer (Annelida), die als Parasiten der Haustiere aber keine Rolle spielen. Relevant sind für Hunde und Katzen die Plattwürmer (Plathelminthen) sowie die Fadenwürmer bzw. Rundwürmer (Nematoden), die mit verschiedenen Arten in unterschiedlicher Häufigkeit bei Haustieren vorkommen. Leberegel sind Saugwürmer und gehören ebenfalls zu den Plathelminthen.

Die Rund- oder Fadenwürmer (Nematoden)

Der „Kopf“ eines Katzenspulwurms (Toxocara cati) unter dem Lichtmikroskop

Namensgebend für die weltweit über 20.000 Arten dieser Wurm-Gruppe ist ihr dünnes, fadenartiges Aussehen (griech. nematos = Faden). Die parasitischen Fadenwürmer, auch Rundwürmer genannt, können unterschiedlichste Organe bzw. Organsysteme von Wirbellosen und Wirbeltieren befallen, mit einer Vorliebe für den Verdauungstrakt und die Atemwege. Nach einer geschlechtlichen Fortpflanzung beginnt die Entwicklung mit dem Ei über mehrere Larvenstadien bis zum geschlechtsreifen Tier. Ihre Körperlänge beträgt in der Regel nur wenige Millimeter bis einige Zentimeter. Zu den Faden- bzw. Rundwürmern gehören wichtige Parasiten der Hunde und Katzen wie Peitschenwürmer, Hakenwürmer und Spulwürmer.

Die Plattwürmer (Plathelminthen)

Der Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum) unter dem Lichtmikroskop

Die zu dieser Gruppe der Würmer gehörenden Vertreter sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, rück- und bauchseitig abgeflachte Organismen. Daher auch ihre Bezeichnung als Plattwürmer (griech. platys = platt). Ihr Körperbau ist typischerweise symmetrisch zu beiden Seiten, d.h. sie können durch einen Schnitt in zwei spiegelbildlich gleiche Hälften geteilt werden.

Über 16.000 Arten werden insgesamt zu diesem Tierstamm gerechnet. Plattwürmer sind in der Regel zwischen 0,15 bis 30 Zentimeter lang. Extreme Ausnahme ist der Breite Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum), der bis zu 20 Meter Körperlänge erreichen kann.

Vertreter der Saugwürmer (Darm- und Leberegel) und insbesondere der Bandwürmer (z. B. Hundebandwurm, Katzenbandwurm, Fuchsbandwurm, Gurkenkernbandwurm, Schweine- und Rinderbandwurm) sind wichtige Parasiten unserer Haus- und Nutztiere.

Wie infizieren sich Tiere mit Würmern?

Es gibt unterschiedliche Wege, wie Würmer in ihre Wirtstiere gelangen können:

  • Durch die orale Aufnahme infektiöser Entwicklungsstadien beim Fressen (kontaminiertes Frischfleisch, Aas/Kadaver, Beutetiere) oder Belecken von kontaminiertem Material (Boden, Kot, Fell)
  • Vom Muttertier auf die Welpen (über die Gebärmutter oder Muttermilch)
  • Durch den Stich anderer Parasiten wie Stechmücken
  • Durch das Verschlucken eines infizierten Flohs (Gurkenkernbandwurm)

Die meisten Wurmarten gelangen beim Fressen von Beutetieren, Schnuppern oder Lecken von Fäkalien oder verunreinigten Gegenständen über die Mundhöhle in den Verdauungstrakt des Tieres. Hierbei werden die mikroskopisch kleinen Eier oder Wurmlarven unbemerkt aufgenommen und wachsen anschließend im Tier heran. Wurmeier sind weit verbreitet und können nahezu überall vorkommen, z.B. im Garten, auf der Wiese, im Park und auf Spielplätzen oder in Wäldern. Je nach Wurmart sind diese Eier sehr widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen. Eier, die an Schuhen anhaften, können auch in Wohnungen und Häuser getragen werden. Eine Besonderheit bei der oralen Übertragung von Würmern stellt der Floh dar. Er dient in diesem Fall als Vehikel bzw. Überträger infektiöser Larven des Gurkenkernbandwurms, die durch die Fellpflege in den Verdauungstrakt des Hundes gelangen und sich dort zum geschlechtsreifen Parasiten weiterentwickeln.

Hundewelpen können bereits nach der Geburt mit den Larven des Spulwurms (Gattung Toxocara) infiziert sein. Dies geschieht einerseits über die Gebärmutter (so genannte intrauterine Infektion) und andererseits beim Säugen des Welpen über die Muttermilch (so genannte galaktogene Infektion).

Im südlichen Europa können auch Stechmücken für die Übertragung bestimmter Wurmarten verantwortlich sein. Beispiele dafür sind der Herzwurm (Dirofilaria immitis) oder der Hautwurm (Dirofilaria repens). Mit dem Klimawandel und der Ausbreitung der Stechmücken wächst auch die Möglichkeit, dass es zu Infektionen mit diesen Würmern in Deutschland kommen kann.

Da manche Würmer nicht nur unsere Haustiere befallen, sondern auch den Menschen infizieren können, sollten durch eine konsequente Entwurmung die Risiken für Tier und Tierhalter verringert werden. Die Häufigkeit der Entwurmung ist abhängig von der individuellen Risikobewertung des Haustieres und sollte in Absprache mit dem Tierarzt bestimmt werden.

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