Zeckenmittel Hund

Der richtige Zeckenschutz für Hunde

Zecken sind hartnäckig und widerstandsfähig. Was Hunde vor ihnen schützt, wirkt oft gleichzeitig gegen Flöhe oder andere Parasiten. Die Zahl der Zeckenmittel für Hunde ist groß. Doch nicht jedes Präparat wirkt gleich gut oder ist für jeden Hund gleichermaßen geeignet. Entscheidend ist, dass das Zeckenmittel wirksam ist und der Hund es gut verträgt. Zudem gilt: je breiter der Schutz eines Mittels, umso praktischer ist die Parasitenkontrolle für den Tierhalter.

Die Anwendung eines Zeckenmittels gehört neben Borreliose-Impfung und täglicher Zeckenkontrolle zu den Maßnahmen, die Hunde vor Krankheiten schützen, die durch Zecken übertragen werden. Zum einen spielen die Lebensumstände des Vierbeiners eine Rolle dabei, wann Hundehalter ein Zeckenmittel anwenden sollten. Wer mit seinem Hund ausschließlich auf städtischen Straßen unterwegs ist, kann auf deren Einsatz zeitweise verzichten. Doch bereits in Grünanlagen und Parks lauert die Gefahr. Zudem sind die Zahl der Zecken und ihre Belastung mit Erregern nicht überall gleich. Daher kann das Risiko, an einer von den Blutsaugern übertragenen Krankheit zu erkranken, regional unterschiedlich groß sein. Auf Reisen ins südliche Ausland ist das Risiko für durch Zecken übertragene Erkrankungen noch größer. Hier lauern auch noch weitere Parasitenarten, die für die Hundegesundheit eine Gefahr sein können.

Den Zeckenschutz nicht vernachlässigen

Eine Zecke kann nicht nur die Borreliose, sondern auch Krankheiten wie Anaplasmose, Babesiose und Ehrlichiose übertragen. Deswegen ist es wichtig, den Hund vor Zecken zu schützen. Das Angebot an Zeckenmitteln für Hunde ist groß. Doch bieten nicht alle Produkte einen gleich guten Schutz. Gute Zeckenmittel halten Zecken vom Hund fern oder töten sie ab, wenn sie zustechen. Die Wirksamkeit von Mitteln wie Bernsteinketten oder ätherischen Ölen ist nicht belegt. Daneben gibt es bewährte Produkte mit geprüfter Wirksamkeit wie Spot-ons, Sprays und Kautabletten.

Für ihre Wirksamkeit ist eine regelmäßige Anwendung unerlässlich. In der Handhabung haben sich besonders Präparate etabliert, die monatlich angewendet werden können. Sie lassen sich leicht wieder absetzen, wenn vorübergehend kein Zeckenschutz benötigt wird oder z.B. in der Reisezeit ein so genanntes Repellent eingesetzt werden soll, das auch Stechmücken abwehrt.

Laut dem europäischen Expertengremium ESCCAP gehört der Schutz vor Zecken, Flöhen und Würmern zur Grundversorgung von Hunden. Deshalb gibt es Präparate, die gleichzeitig gegen mehrere Parasitenarten wirken. Je mehr Parasiten durch ein Mittel abgedeckt werden, umso weniger Präparate müssen eingesetzt werden. Das macht es Tier und Halter einfacher. Bei der Auswahl des richtigen Mittels hilft der Tierarzt.

Nur wirksame Zeckenmittel schützen

Spot-on-Präparate werden im Hundenacken aufgetragen. Die Mittel verteilen sich über die Talgschicht der Haut des Hundes auf den kompletten Körper. Spot-ons enthalten Substanzen, die Zecken am Stechen hindern oder beim Blutsaugen abtöten, bevor sie Erreger übertragen können. Eine Untersuchung von Stiftung Warentest hat die Wirksamkeit der Präparate bestätigt.

Sprays, die auf dem gesamten Fell versprüht werden, haben zumeist eine ähnliche Wirkweise und Wirkungsdauer. Bei Spot-ons oder Sprays sollte lediglich nach dem Auftragen für 2 Tage aufs Baden oder Schwimmen verzichtet werden.

Bei den Spot-ons unterscheidet man „Kontaktantiparasitika“ und „Repellents“, die in ihrer Wirkweise verschieden sind. Das Ziel eines Repellents ist es, die Anheftung des Parasiten und damit die Blutmahlzeit zu verhindern. Die Zecke wird aber nicht automatisch getötet. Ein Kontaktantiparasitikum hingegen dringt in den Parasiten ein, sobald sich dieser auf einem behandelten Tier befindet und tötet ihn ab. Spot-ons – ob Kontaktantiparasitikum oder Repellent – und Sprays wirken etwa vier Wochen und müssen nach dieser Zeit erneut aufgetragen werden.

Kautabletten verfolgen einen neuen Ansatz im Zeckenschutz beim Hund. Ihr Wirkstoff erlaubt Schmusen und Kuscheln auch direkt nach der Behandlung, da die Kautabletten von innen wirken und keine Spuren im Fell hinterlassen. Auch Wasserratten sind hiermit gut beraten, denn Baden und Schwimmen sind gleich nach der Anwendung wieder möglich.

Die Anwendung ist einfach, da der Hund den Kauwürfel ähnlich wie ein Leckerli gerne frisst. Die Wirksamkeit bleibt über 4 Wochen oder länger bestehen.

Saugt sich eine Zecke am Hund fest und beginnt mit der Nahrungsaufnahme, stirbt sie ab, so dass das Risiko einer Übertragung von Krankheiten deutlich reduziert wird. In wissenschaftlichen Studien kam es unter den Hundegruppen, die eine Kautablette verzehrt hatte, zu keinem Fall von Babesiose durch infizierte Zecken.1,2

Zeckenhalsbänder werden vom Hund ständig getragen und geben ihren Wirkstoff bis zu einige Monate an das Hundefell ab. Die Wirkweise ist den Spot-ons meist vergleichbar. Für einen Hund, der gerne durchs Unterholz jagt, ist ein Zeckenhalsband unpraktisch, da es hängenbleiben oder verlorengehen kann.

Ätherische Öle wie Lavendelöl oder Zitronella sind meist nicht wirksam, Teebaumöl sogar schädlich für den Hund. Laut Stiftung Warentest können sie zudem Haut und Schleimhäute des Hundes reizen. Eher unproblematische Wirkstoffe wie Kokosöl und Neemöl wirken den Testern zufolge fast gar nicht. Zudem verbreiten viele ätherische Öle einen unangenehmen Duft – für Hund und Herrchen. Mit Knoblauch verhält es sich übrigens ähnlich: Die Knolle gilt als giftig für Hunde und ist als Lebensmittel für diese verboten, da es zu einer lebensbedrohlichen Blutarmut kommen kann.

Bernsteinketten haben zwar keine Nebenwirkungen, allerdings auch keine Wirkung. Als Schutz vor Zecken sind die Ketten nicht geeignet. Bei einem Test der Sendung hundkatzemaus wurden im Fell der Testhunde trotz der Kette 24 Zecken gefunden. Die Bernsteinkette scheint also weder eine abweisende, noch eine abtötende Wirkung auf Zecken zu besitzen. Zudem können Steine abspringen oder die gesamte Kette verloren gehen.

Literatur
1.    Beugnet et al. In: Parasites & Vectors. 2014, 7:283
2.    Taenzler et al. In: Parasites & Vectors. 2015, 8:305

facebook Share ButtonTwitter Tweet ButtonGoogle +1 ButtonE-Mail Button