Verreisen mit dem Hund

Den Sommer genießen – ohne Zecken, Flöhe, Wurm & Co.

Für viele Hunde und Halter ist der Sommer eine besonders schöne Zeit. Man verbringt viel Zeit zusammen im Freien. Oder es steht der lang ersehnte Urlaub vor der Tür.

Gefahr durch Parasiten zu Hause und auf Reisen

Hunde, die den Sommer zu Hause genießen, brauchen einen verlässlichen Parasitenschutz. Hier gibt es innere und äußere Parasiten, die die Gesundheit von Hunden gefährden. Doch besonders vor dem Urlaub muss der Parasitenschutz nochmals unter die Lupe genommen und gegebenenfalls an das jeweilige Reiseland angepasst werden. Denn in Urlaubsländern gibt es auch andere Parasiten, vor denen Hunde besonders geschützt werden müssen.

Bild 1: Zecke (Gemeiner Holzbock), Bild 2: Floh, Bild 3: Grabmilbe, Bild 3: Sandmücke, Bild 4: Spulwurm

In Deutschland ist der Holzbock (Ixodes ricinus) aktiv. Er kann Borreliose-Bakterien und andere krankmachende Erreger auf Hunde übertragen. Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) ist u. a. im Süden, Südwesten und Osten Deutschlands verbreitet und überträgt die Erreger der Hundebabesiose.

In südlichen Urlaubsländern gefährdet zum Beispiel die Braune Hundezecke (Ripicephalus sanguineus) Hunde auf Reisen. Sie kann nicht nur die Babesiose überragen, sondern auch die Ehrlichiose, eine gefürchtete Reisekrankheit.

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Alle aktiven Hunde können sich jederzeit mit Flöhen infizieren. Flöhe lösen nicht nur quälenden Juckreiz und Allergien aus. Sie können auch Krankheitserreger und Bandwurmlarven in sich tragen. Und Vorsicht! Hunde- und Katzenflöhe können auch den Menschen befallen.

Auch auf Reisen benötigen Hunde eine wirksame Flohbehandlung. Denn Streifzüge durch unbekannte Landschaften oder neue Freundschaften mit möglicherweise unbehandelten Hunden können einen Flohbefall zur Folge haben.

Flöhe bevorzugen Wärme – in der Wohnung und auf dem Tier sind sie aber auch noch eine Gefahr, wenn die warme Jahreszeit längst vorbei ist.

>>> Erfahren Sie mehr über Flöhe beim Hund

Hunde können von verschiedenen Milben befallen werden. Massiven Juckreiz und schwerwiegende Hautsymptome verursacht zum Beispiel die Sarkoptesmilbe, Erreger der „Fuchsräude“. Gerade wenn sich Hunde viel draußen aufhalten, kann es zu einer Infektion kommen. Denn es reicht der Kontakt mit einem Fuchsbau oder Hinterlassenschaften von Füchsen, die Träger der Sarkoptes-Milben sind.

Sarkoptes-Milben sind hochansteckend und werden auch von Hund zu Hund übertragen. Daher kann es auch auf Reisen durch Kontakt mit Füchsen und anderen Hunden zu einer Infektion kommen.

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Stechmücken und Sandfliegen sind besonders in Mittelmeerländern eine ernstzunehmende Bedrohung, da sie z. B. Herzwurmlarven und die Erreger der Leishmaniose übertragen können. Es ist daher unabdingbar, vor Reiseantritt zu überprüfen, ob man in ein Risikogebiet für Herzwürmer oder Leishmaniose reist. Der Parasitenschutz muss dann auch speziell gegen fliegende Insekten und Herzwurmlarven gerichtet sein.

Darüber hinaus kann es helfen, den Hund in der Dämmerung nicht im Freien zu lassen, um vor einer Mückenexposition zu schützen. Doch Vorsicht: Es gibt fliegende Insekten, die zu jeder Tageszeit aktiv sind! Hochrisikogebiete sollten generell gemieden werden.

Eine regelmäßige Entwurmung (oder Kotuntersuchung) sollte generell zur Gesundheitsvorsorge von Hunden gehören. Der hierzulande häufigste Magen-Darm-Wurm beim Hund ist der Spulwurm. Vorsicht: Auch der Mensch kann sich als sogenannter „Fehlwirt“ mit Spulwürmern von Hunden und Katzen infizieren!

Warme Temperaturen können dem äußerst robusten Spulwurmeiern wenig anhaben. Eine Infektion ist daher das ganze Jahr über möglich.

Neben Spulwürmern können auch Haken-, Peitschen- und Bandwürmer den Magen-Darm-Trakt von Hunden befallen. Welche Würmer im jeweiligen Urlaubsland vorkommen, sollte ebenfalls vor Reiseantritt in Erfahrung gebracht und die Parasitenbehandlung entsprechend angepasst werden.

Zudem sollten Hunde auf Reisen nicht aus hygienisch fragwürdigen Wasserquellen trinken oder unbehandeltes rohes Fleisch fressen.

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Würmer in anderen Organen

Immer mehr Hunde infizieren sich innerhalb Deutschlands mit dem gefährlichen Hundelungenwurm (Angiostrongylus vasorum). Das kann passieren, wenn sie z. B. beim Grasfressen winzige, mit Wurmlarven infizierte Schnecken fressen. Aber auch kontaminiertes Wasser kann eine Infektionsquelle sein. Es gibt jedoch Entwurmungen, die bei monatlicher Gabe einer Lungenwurmerkrankung vorbeugen. Ihre Tierärztin/Ihr Tierarzt berät Sie, ob Ihr Hund für diese ernstzunehmende Erkrankung gefährdet ist.

In beliebten Reiseländern wie Dänemark oder England ist der Hundelungenwurm ein schon lange bekanntes Problem. Daher sollten Hunde, die mit ihren Familien in diese Länder reisen, ebenfalls mit geeigneten Entwurmungspräparaten gegen die Folgen einer möglichen Infektion geschützt werden.

Die Herzwurmerkrankung ist eine schwerwiegende Reisekrankheit des Hundes. Daher ist ein Herzwurmschutz unabdingbar, wenn man in eine Region reist, in der der Herzwurm übertragen werden kann (z. B. Mittelmeerländer). Die Larven des Herzwurms werden durch Stechmücken übertragen. Daher ist der Schutz optimal, wenn er zwei Bedingungen erfüllt:

  1. Stechmücken abwehren, z. B. durch spezielle Spot-on-Präparate, und
  2. Herzwurmlarven schnell abtöten, wenn sie in den Körper gelangt sind, durch Entwurmungen, die gegen Herzwurmlarven wirksam sind. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach dem richtigen Behandlungsregime, sodass der Schutz gegen die Herzwurmerkrankung rechtzeitig und sicher erfolgen kann.

Tipps für die Parasitenbehandlung vor Reisen

  • Informieren Sie sich über mögliche Parasiten, die speziell in Ihrem gewählten Reiseland vorkommen können (z. B. Herzwürmer).
  • Fragen Sie Ihr Tierarzt-Team nach dem optimalen Reiseschutz gegen Parasiten, sobald Sie entschieden haben, in welches Land Sie mit Ihrem Hund verreisen wollen.
  • Denken Sie daran, die Parasitenbehandlung zum richtigen Zeitpunkt vor und nach der Reise zu verabreichen.
  • Führen Sie auf Reisen immer ein Trinkgefäß und sauberes Wasser für Ihren Hund mit.
  • Wählen Sie auch auf Reisen geeignetes Futter – in jedem Supermarkt gibt es auch unterwegs Tierfutter, das den Hygieneanforderungen entspricht.

Parasitenbehandlung im Sommer

Hund springt in WasserSpeziell in der Sommerzeit können für die Parasitenkontrolle Präparate besonders geeignet sein, die monatlich verabreicht werden. So ist eine mögliche Anpassung der Parasitenkontrolle vor und nach Urlaubsreisen besonders einfach.

Für den Parasitenschutz zu Hause gibt es zum Beispiel Kautabletten, die gegen Zecken, Flöhe und Milben wirken und monatlich verabreicht werden. Die Gabe ist besonders einfach, wenn sie mit und ohne Futter verabreicht werden können. So kann die Behandlung sogar auf dem Sommerspaziergang zwischendurch erfolgen. Es gibt auch Präparate, die weder Fleisch- noch Weizenbestandteile enthalten. Sie sind für sensible Hunde besonders geeignet.

Solche Präparate gibt es auch in Kombination mit einer Entwurmung, die zum Beispiel auch für die Vorbeugung der Herz- und Lungenwurmerkrankung geeignet ist. Auch diese Wirkstoffkombinationen können vom Tierarzt als monatliche Kautablette verschrieben werden und können ein optimaler Teil der Parasitenbehandlung auf Reisen sein.

Für den Schutz vor fliegenden Insekten auf Reisen gibt es spezielle Spot-on-Präparate oder Halsbänder, die Stechmücken und Sandfliegen abwehren. Sie tragen zum Schutz vor gefährlichen Reiseerkrankungen bei, die z. B. in Mittelmeerländern übertragen werden können. Auch hier ermöglichen Präparate mit monatlicher Wirkdauer eine besonders flexible Parasitenkontrolle.

Optimal geschützt durch die Sommerzeit

Mit einem verlässlichen Parasitenschutz können Hunde den Sommer unbeschwert genießen, egal ob zu Hause oder auf Reisen. Auf nach draußen und hinein ins Sommervergnügen!