Parasiten im Porträt: Lungenwürmer bei Hund und Katze

Bei Parasiten denken viele Haustierhalter an die äußerlich sichtbaren wie Zecken und Flöhe. Unsichtbare Plagegeister im Körperinneren, besonders Würmer, geraten schnell in Vergessenheit. Dabei gibt es nicht nur Würmer, die den Magen-Darm-Trakt von Hunden und Katzen befallen – auch andere Organsysteme können Ziel von Würmern sein. Eine zunehmende Gefahr für Haustiere: Lungenwürmer.

Aelurostrongylus abstrusus heißt der häufigste Parasit, der die Atemwege von Katzen befällt und weltweit vorkommt. Je nach Region sind bis zu 15 Prozent der Katzen in Deutschland infiziert.1 Auf den Hund hat es die Wurmart Angiostrongylus vasorum abgesehen. Er siedelt in Herz und Lunge betroffener Tiere. Die Ausbreitung des Hundelungenwurms hat in Europa in den letzten Jahren stark zugenommen, sodass er mittlerweile auch in Deutschland gehäuft ein Risiko für Hunde darstellt.

Lungenwürmer und ihr abenteuerlicher Lebenszyklus

Lungenwürmer haben ihre Entwicklung auf mehrere Stationen abgestimmt. Hunde und Katzen nehmen Wurmlarven auf, indem sie infizierte Schnecken oder Transportworte wie Vögel und Mäuse fressen, wenn diese zuvor wiederum eine infizierte Schnecke gefressen haben. Hunde können zum Beispiel versehentlich beim Grasfressen Schnecken aufnehmen. Auch verschmutztes Wasser kann eine Ansteckungsquelle sein. Katzen kommen häufig beim Jagen und Beutefangen mit den infektiösen Larven in Kontakt. Einmal aufgenommen, führt die Reise der Larven dann vom Darm über verschiedene Wege in den Atmungstrakt der Haustiere, im Falle des Hundelungenwurms auch in die rechte Herzhälfte. In diesen Zielorganen entwickeln sie sich zu geschlechtsreifen Würmern und legen nach einigen Wochen Eier, aus denen neue Larven schlüpfen. Diese lassen sich schließlich hochhusten, verschlucken und werden über den Kot ausgeschieden. Nimmt eine Schnecke diese Larven auf, beginnt der Kreislauf von vorne.

 Der Lebenszyklus des Hundelungenwurms

Der Lebenszyklus des Hundelungenwurms

Lungenwürmer: eine zunehmende Gefahr

Für Hund und Katze kann ein Lungenwurmbefall schwere gesundheitliche Folgen haben. Symptome können Husten, Kurzatmigkeit bis zur Atemnot, Appetitlosigkeit sowie Augen- und Nasenausfluss sein. Beim Hund kann ein Befall zu Blutungsneigung, neurologischen Störungen sowie Herz-Kreislauf-Problemen führen. Unbehandelt können Infektionen mit dem Lungenwurm sowohl bei Katzen als auch Hunden sogar tödlich verlaufen.

Da die Verbreitung von Lungenwürmern weiter zunimmt und die Folgen einer Infektion gravierend sein können, ist es  wichtig, diese Würmer in die Parasitenkontrolle mit einzubeziehen. Bei Hunden kann durch monatliche Entwurmung mit geeigneten Wirkstoffen das Risiko einer Lungenwurmerkrankung deutlich gesenkt werden. Für Katzen stehen Präparate zur Verfügung, die die Behandlung eines Lungenwurmbefalls ermöglichen. Insbesondere bei Freigängerkatzen ist eine regelmäßige Behandlung gegen innere und äußere Parasiten wichtig, denn sie haben das höchste Risiko, sich mit zahlreichen Parasiten zu infizieren – so auch mit Lungenwürmern.

1. Barutzki, D and Schaper, R: Occurrence and regional distribution of Aelurostrongylus abstrusus in cats in Germany. Parasitology research 112.2 (2013): 855-861

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